Der Bahnhofspark in Wunsiedel bildet die Bühne für ein Tanzfestival. Für dessen erstmalige Organisation zeichnen die Stadt und die TSG verantwortlich.

Wunsiedel - Tanzen kann laut Definition ein Ritual, ein Brauch, eine darstellende Kunstgattung, eine Berufstätigkeit, eine Sportart, eine Therapieform, eine Form sozialer Interaktion oder schlicht ein Gefühlsausdruck sein. Tanzen hat in der Gesellschaft viele Funktionen, kann aber auch Selbstzweck oder Zeitvertreib sein. Eine Mischung aus allem bieten die Tanzsportgarde (TSG) Wunsiedel als Veranstalter mit der Stadt Wunsiedel am Sonntag, 23. Juli, ab 11 Uhr auf dem neugestalteten Bahnhofsgelände mit dem ersten Festival "Tanzen ohne Grenzen".

"Wir bekommen das Programm mehr als voll", sagen die beiden Organisatorinnen Andrea Jena von der TSG und Inge Schuster, bei der Stadt verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, angesichts von bereits 20 Anmeldungen im Vorfeld unisono. Inzwischen ist das Festival, das bis 17 Uhr die Zuschauer faszinieren soll, ausgebucht. Dabei wollen die Veranstalter nicht nur geographische Schranken, sondern auch Altersgrenzen überwinden. Den Grundstein für das erstmals initiierte Festival wurde nämlich am "Tag der Begegnung" im Februar 2016 in der SWW gelegt. Dort spielten verschiedene Flüchtlinge "ihre" teils folkloristische Musik auf Handys ab, tanzten dazu spontan und animierten dabei auch einheimische Besucher. Damit war eine Idee geboren, die bereits heuer umgesetzt wird.

Auch ein Veranstaltungsort war schnell gefunden. "Wir haben den tollen Bahnhofspark und dachten uns, ein derartiges Spektakel muss dort stattfinden", sagte Inge Schuster in einem Gespräch mit der Frankenpost . Dort wird dann vor den Steintribünen die mobile Bühne der Festspielstadt aufgestellt. "Entsprechend der verschiedenen Tanzstile werden wir aber auch andere Flächen nutzen", erklärte Andrea Jena. Zudem soll auch das Publikum mit einbezogen werden, etwa beim Workshop der Spirit of Linedance aus Tirschenreuth.

Ansonsten bietet das Festival alles, was Menschen mit Rhythmus im Blut deren gesamten Körper bis in die Fußspitzen zum mitgrooven animiert. Vom Volkstanz der Volkstanzgruppe aus Gefrees bis hin zum Bauchtanz, von den Mädchen und Jungen der Kindergärten Maxi, St.Franziskus und Sternenzelt sowie Schülern der Sigmund-Wann-Realschule, bis zu rhythmischen Vorführungen der Seniorengruppe Selb. Für internationales Flair sorgen die Kunstgrundschule aus der Wunsiedler Partnerstadt Ostrov und eine syrische Gruppe. Einen Hauch von Morgenland werden die Gruppen Kahira aus Selb, Bahariya aus Hof und Sinanay der Volkshochschule mit orientalischen Tänzen unterschiedlichster Facetten verströmen. Den akrobatischen und tanzsportlichen Akzent setzen die Einradfahrer des FC Ort der Faschingsgilde Dörflas sowie Auftritte von Tanzsportlern aus der Vitalscheune und dem Positiv-Fitness aus Marktredwitz. Eine Showeinlage bietet die TSG, von der sich auch die Knirpse vorstellen. Der Abschluss wird den Besuchern schließlich ein wenig spanisch vorkommen. Im letzten Moment ist die Gruppe Sarao flamenco aus Weiden in der Oberpfalz auf den Festivalzug aufgesprungen. Kurzfristig kann es aber auch Änderungen im Programmablauf geben, teilte Inge Schuster mit.

"Es soll kein Wettbewerb sein", betont Andrea Jena und Inge Schuster fügt hinzu: "Wir erwarten einen zwanglosen, fröhlichen Tag." Der beginnt mit der Eröffnung durch den Spielmannszug Wunsiedel im Kreisfeuerwehrverband und der Begrüßung durch Bürgermeister Karl-Willi Beck und Verantwortliche der TSG.

Finanziell steht das Projekt eher auf tönernen Füßen. "Wir haben nur ein kleines Budget", sagen die beiden Organisatorinnen einhellig. Zwei Spenden, darunter 1000 Euro von der Sparkasse Hochfranken, bilden die Grundlage. Die Besucher müssen deshalb aber nicht darben. Für die Versorgung sorgen die Mitglieder der TSG mit Kaffee und Kuchen, Lydias Bratwursthäusl, das Café Game und das Bistro am Bahnhof. Der Weg für einen grenzenlos abwechslungsreichen Tag ist also bereitet, Andrea Jena und Inge Schuster haben neben vielen Besuchern aber noch einen Wunsch: "Wir hoffen natürlich auf eine Fortsetzung."


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